Fast 200 Millionen Alt-Handys in den deutschen Schubladen

Deutsche Bürger horten aktuell 199,3 Millionen ungenutzte Handys oder Smartphones bei sich zuhause. Dies bestätigt eine aktuelle Studie, die der Digitalverband Bitkom veröffentlicht hat.

Aktuell besitzt jeder durchschnittlich 2,5 Handys oder Smartphones, für die er keine Verwendung hat. Verglichen mit Zahlen aus den letzten fünf Jahren ist dies nahezu eine Verdopplung. Die Tendenz ist steigend. 
2010 betrug die Zahl der gehorteten Handys circa 72 Millionen. 2018 waren es bereits 124 Millionen. Laut Bitkom besitzen zurzeit rund 85 Prozent der Deutschen mindestens ein unbenutztes Handy oder Smartphone. Bei 31 Prozent sind es zwei und bei weiteren 51 Prozent sogar drei oder mehr ausrangierte Mobiltelefone. 

Warum bleiben so viele Geräte in den Schubladen?

Gründe dafür gibt es viele: Ob als Ersatzgerät oder Zweitgerät gekauft oder wegen vieler Erinnerungen ohne Cloud-Lösung. Zudem ist das Thema rund um den Datenschutz vielen Verbrauchern ein Dorn im Auge. Hierzulande beträgt der durchschnittliche Nutzzyklus eines Gerätes circa zwei Jahre, die Lebensdauer ist jedoch oft länger.
„In den seltensten Fällen werden Smartphones wegen eines Defekts ersetzt. Viele Menschen kaufen sich ein neues Smartphone, um verbesserte und erweiterte Funktionen zu nutzen, und heben ihr altes Gerät für den Fall der Fälle auf“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. 

Zwei Drittel aller Befragten gaben an, bereits ein Handy oder Smartphone verkauft oder entsorgt zu haben. Mehr als jeder Fünfte hebt sein nicht mehr zu verwendetes Gerät auf. Für die Wiederverwendung oder den Recyclingprozess eine mühsame Angelegenheit.

Wohin mit alten Geräten?

„Die Altgeräte enthalten eine Vielzahl an wertvollen Materialien, darunter hochwertige Rohstoffe und Seltene Erden“, erläutert Rohleder weiter. Daher ist die richtige Entsorgung von Alt-Handys von großer Bedeutung. „Auf keinen Fall dürften sie in den Hausmüll geworfen werden“, warnt Bitkom-Vertreter Rohleder.

Stattdessen können diese, wie auch andere Elektrogeräte zum Beispiel über Recyclinghöfe entsorgt werden oder falls noch verwendbar, kann gut erhaltenen Geräten ein zweites Leben geschenkt werden. Zusätzlich nehmen alle Hersteller der Handys, sowie große Mobilfunkunternehmen die Geräte zurück. 
Eine weitere Möglichkeit ist die Rückgabe über portofreie Versandumschläge, sowie Sammelstellen. Die Stiftung „ear“ hat dazu ausführliche Verzeichnisse auf ihrer Webseite.

Schützen Sie ihre persönlichen Daten

Bei einer Entsorgung ihres Handys oder Smartphones sei es wichtig Ihre privaten Daten vom Gerät zu löschen. Dazu zählen neben Kontakten und Fotos auch eingespeicherte Kontaktlisten und automatische Passwörter. 
Am einfachsten sei es, so Bitkom, das Gerät über die Funktion „Zurücksetzen des Gerätes“ komplett auf Werkseinstellungen zurückzusetzten. Wichtig dabei sei, die SD Karte aus dem Gerät zu entfernen und das Gerät, wenn möglich, zu verschlüsseln.
Die Bitkom Umfrage ergab, dass nur jeder Dritte vor Weitergabe das Gerät auf die Werkseinstellung zurückgesetzt hat.

Beachtet man die empfohlenen Schritte, tut man Gutes für die Umwelt und erhält je nach Mobilgerät im Gegenzug oftmals sogar bares Geld.

 

 

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